Nach der Kür folgte die Pflicht. Zwei Tage nach dem Spitzenspiel in der Wedemark, als man personell dezimiert den Tabellenzweiten, die Hannover Scorpions, nach Verlängerung mit 4:3 besiegen konnte, sahen sich die Saale Bulls am Freitagabend auf heimischen Eis den Hammer Eisbären gegenüber, die aktuell das Tabellenende zieren. Sicherlich eine Pflichtaufgabe, aber alles andere als ein Selbstläufer. Drei komplette Reihen konnte Ryan Foster aufbieten, musste auf Niklas Hildebrand, Joonas Niemelä, Jannik Striepeke und Dennis Schütt verzichten, im Tor vertraute der Head Coach dieses Mal Sebastian Albrecht.

Und dem Tabellenführer gelang ein idealer Start. Kapitän Sergej Stas konnte in Unterzahl die Führung erzielen, Pascal Grosse baute diese in der neunten Minute, gleichbedeutend mit dem ersten Pausenstand, aus, vorbereitet durch Roman Pfennings. „Das erste Drittel von uns war in Ordnung“, befand Foster nach der Partie. „Die ersten fünf bis zehn Minuten im zweiten Drittel haben wir dagegen ein wenig verschlafen.“

In der Tat war nach Wiederanpfiff ein gewisser Bruch im Spiel zu erkennen, sicherlich auch resultierend nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Gäste nach gerade einmal 39 Sekunden des zweiten Drittels. „Danach war es ein offenes Spiel“, so Eisbären-Angreifer Kevin Trapp, der jedoch mit ansehen musste, wie die Hallenser die Kontrolle über die Partie behielten, ohne diese jedoch klar zu dominieren. Pfennings erhöhte in der 28. Minute auf 3:1, vorbereitet von Sören Sturm in dessen 800. Profispiel der Karriere, und sorgte somit für ein wenig Sicherheit – und für den zweiten Pausenstand.

„Ich hoffe auf ein frühes Tor durch uns zum 2:3, dann ist wieder alles drin“, bewies Gäste-Stürmer Trapp ein nahezu prophetisches Gespür – denn genau so sollte es kommen. Christopher Schutz sorgte 136 Sekunden nach Wiederanpfiff mit seinem zweiten Tor des Abends für den abermaligen Anschlusstreffer der Eisbären. Einen Treffer, den auf Seiten der Saale Bulls Patrick Schmid und Roman Pfennings von der Strafbank aus mit ansehen mussten, kassierten beide Angreifer doch jeweils eine fünfminütige Strafe für einen Faustkampf mit Nolan Renke bzw. Marcus Gretz. Nur drei Minuten später war es schließlich Michael Fomin, der den alten Zwei-Tore-Vorsprung zu Gunsten der Bulls wieder herstellte, ohne jedoch für Beruhigung sorgen zu können. „Die Eisbären sind ein sehr unangenehmer Gegner, sie kämpfen bis zum Schluss“, spielte Foster auf der anschließenden Pressekonferenz auf die letzten Minuten der Partie an, in der das Team von Jeff Job immer wieder auf das von Albrecht gehütete Bulls-Tor anrannte.

Am Ende brachten die Hausherren den knappen Vorsprung über die Zeit und fuhren einen Erfolg der Kategorie ‚Arbeitssieg‘ ein. Nicht schön anzusehen, aber letzendlich erfolgreich – und mit einem Novum versehen: Dem geneigten Leser obenstehender Ausführungen dürfte nicht entgangen sein, dass Roman Pfennings neben einem Treffer auch eine Beihilfe gab sowie eine fünfminütige Strafe für einen Faustkampf absitzen musste – und somit einen sogenannten „Gordie-Howe-Hattrick“ erzielte, der genau die drei vorgenannten Bedingungen (Tor, Vorlage, große Strafe) voraussetzt. Somit ist der 28-jährige Angreifer der erste Spieler der Vereinsgeschichte, dem dieses Kunststück, benannt der NHL-Legende Gordie Howe, gelang. (Jy)

Saale Bulls Halle – Hammer Eisbären 4:2 (2:0, 1:1, 1:1)
    
1:0 (05:03) Stas (Fomin – SH1)
2:0 (08:57) Grosse (Schmid, Pfennings)
2:1 (20:39) Schutz (Brothers, Roach)
3:1 (27:30) Pfennings (Sturm – PP1)
3:2 (42:16) Schutz (Brothers, Roach)
4:2 (45:35) Fomin (Stas, Hoffmann)

Strafminuten: Halle 20, Hamm 18