Rein vom Papier her ist die Sache eindeutig, wenn die Saale Bulls am heutigen Freitag die Hammer Eisbären empfangen: Auf der einen Seite der Tabellendritte mit durchschnittlich mehr als zwei gewonnenen Punkten pro Spiel, auf der anderen Seite der Träger der Roten Laterne, der mit der abschlussschwächsten Offensive (110 Tore) sowie der anfälligsten Defensive der Liga (218 Gegentreffer) an die Saale reist – was soll da schon passieren?

Eine Frage, die man sich am vergangenen Wochenende sicherlich auch bei den Crocodiles und den Scorpions im Vorfeld der Partien gegen den Aufsteiger gestellt hat, doch das Ende ist bekannt: Nach einem 6:3-Erfolg gegen die Hanseaten standen die Eisbären zwei Tage bis 31 Sekunden vor Abpfiff beim Ligenprimus in Mellendorf vor der großen Überraschung, führten mit 4:3 – und kassierten in regulärer Spielzeit noch zwei späte Gegentreffer, unterlagen mit 4:5. „Mal wieder“ mit 4:5 möchte man meinen, denn auch die beiden Partien gegen Leipzig und Diez-Limburg vor dem erfolgreichen Hamburg-Spiel endeten mit diesem denkbar knappen Ergebnis.

Es sind diese engen Ergebnisse, die sich wie ein roter Faden durch den bisherigen Saisonverlauf der Eisbären ziehen. 15 ihrer bisher 41 absolvierten Partien endeten mit jeweils eine Tor Unterschied, neunmal davon musste man das Eis als Verlierer verlassen.  Es ist dieses Quäntchen Glück, was den Eisbären nicht nur einmal in ihrer ersten Oberliga-Saison seit 2014/15 zu fehlen scheint: „Wir sind eben ganz unten in der Tabelle, da ist das ja dann leider oft so. Ein paar Plätze weiter oben und wir wären vermutlich mit Punkten nicht nur aus Hannover nach Hause gefahren“, so Geschäftsführer Jan Koch rückblickend.

Und wo das nötige Glück fehlt kommt meistens auch noch Pech hinzu, bei den Eisbären vor allem in personeller Form: Der Mitte Dezember nachverpflichtete Michel Maaßen absolvierte nur vier Partien (drei Punkte), fällt seit Weihnachten verletzungsbedingt aus. Auch den im Januar neben den beiden Tschechen Michal Spacek und Milan Svarc als dritten Kontingentsspieler verpflichteten schwedischen Angreifer Andreas Valdix erwischte es nach nur vier Einsätzen (drei Zähler). Erst seit Monatsbeginn steht der 36-Jährige wieder für die Eisbären auf dem Eis und deutet seitdem mit 16 Punkten (sieben Tore) eindrucksvoll an, das er eine echte Verstärkung für die Mannschaft von Trainer Ralf Hoja darstellt.

Für den Aufsteiger, der auch rechnerisch keine Chancen mehr auf einen Pre-Playoff-Platz hat, geht es nun vor allem darum, die Spielzeit ordentlich und ohne weitere Verletzungen zu Ende zu bringen. Auch wenn die Eisbären jede Menge Lehrgeld zahlen musste sind sie – gemeinsam mit den beiden anderen Mitaufsteigern Diez-Limburg und Herford – eine Bereicherung für die Liga und es bleibt zu wünschen, dass man den eingeschlagenen Weg fortsetzt und aus den Erfahrungen dieser Spielzeit etwas für die Zukunft mitnehmen kann.

Vor den Saale Bulls liegen nun drei Heimspiele in Serie, bereits am Sonntag erwartet das Team von Ryan Foster die Mannschaft der TecArt Black Dragons aus Erfurt, bevor am kommenden Donnerstag die Crocodiles Hamburg an den Sparkassen-Eisdom reisen werden. Die ursprünglich für Dienstag angesetzte Partie gegen die Tilburg Trappers musste aufgrund positiver Coronafälle im Kader der Niederländer abgesagt werden.

Bully gegen die Hammer Eisbären ist am Freitag (26.03.) 20 Uhr im Sparkassen-Eisdom, die Partie wird live von BullsTV/SpradeTV im Livestream übertragen. (Jy)  

Saale Bulls vs. Hammer Eisbären (26.03.2021)

• Gesamtbilanz: 7 Spiele, 6 Siege, 1 Niederlage; 37:20 Tore (+17)

• Heimbilanz: 3 Spiele, 3 Siege; 20:7 Tore (+13)

• Kalender-Historie 26. März: 5 Spiele, 4 Siege

o 2005 (H) EHV Schönheide 8:3 (S)

o2006 (A)Wedemark Farmers10: (S)

o 2008 (A) Black Dragons Erfurt 7:2 (S)

o 2010 (H) Jonsdorfer Falken 4:1 (S)

o 2016 (A) Bayreuth Tigers 2:6 (N)