Nach einer ereignisreichen Woche voller Veränderungen und der Begrüßung des neuen, alt bekannten Trainers Ryan Foster gab es für ihn und vor allem für das ganze Team auch gleich die erste große Bewährungsprobe. Denn auf dem Spielplan stand das zweite Derby der Saison gegen die EXA IceFighters aus Leipzig. Nach der schmachvollen Niederlage im Hinspiel im Kohlrabizirkus hatte nicht nur für Foster ein Sieg im 43. Mitteldeutschen Derby höchste Priorität. Fraglich war jedoch, ob ihm nur ein Tag in Halle genügt hatte, um die Spieler darauf einzuschwören.

Das dann stattfindende Spiel war eines Derbys mehr als würdig, nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Eis herrschte Derbystimmung. Es entwickelte sich ein schnelles, körperbetontes Duell, bei dem keine Mannschaft der anderen etwas schenkte. Anscheinend hatte der erste Tag mit intensivem Eis- und Taktiktraining unter dem neuen Coach schon Wirkung gezeigt, die Bulls gingen einerseits offen und aktiv ins Spiel, leisteten aber auch in der Defensive hervorragende Arbeit.

Von der ersten Sekunde an bekamen die Torhüter Glatzel und Albrecht ordentlich zu tun. Beide Teams wollten sich ihre Vorteile sichern. Die angespannte Grundstimmung entlud sich bereits in der siebten Spielminute zwischen Berger und Walkowiak, wofür beide auf die Strafbank mussten. Was auch danach blieb, war die Geschwindigkeit auf dem Eis, denn kaum war der Angriff auf der einen Seite beendet folgte schon der Konter in die andere Richtung, aber immer wieder fehlten jeweils ein paar Zentimeter für den Führungstreffer. Auch ihre jeweiligen Überzahlspiele konnte beide Teams nicht für sich nutzen.

Mit fortschreitender Zeit konnten sich die Hausherren nun immer wieder im Drittel der Leipziger festsetzen. Nach einigen gescheiterten Versuchen beförderte dann aber Nicholas Miglio in der 19. Spielminute einen abgeprallten Puck unter dem Arm vom Leipziger Goalie hindurch ins Netz. Somit lagen die Hausherren in diesem Duell auf Augenhöhe mit 1:0 in Führung und die Bulls konnten etwas befreiter weiter mit Druck aufspielen.

Mit der knappen Führung ging es im Mittelabschnitt weiter. Auch hier blieb es bei der hohen Intensität und der Geschwindigkeit auf dem Eis, aber eben auch beim vollen körperlichen Einsatz beider Mannschaften, welche um jeden Zentimeter kämpften und die Angriffe der Gegner möglichst schnell beenden wollten. Dabei blieben in der Folge Strafzeiten nicht aus, aber einen Torvorteil brachten diese nicht. Sie steigerten nur die Spannung und die Stimmung, welche mit einer Rauferei zwischen Moritz Israel und Vojtech Suchomer ihren erneuten Höhepunkt fand. Kurz vor der zweiten Pause wurde es noch einmal gefährlich, denn wieder mussten die Bulls in Unterzahl ran, aber die Verteidigung funktionierte erfolgreich und es blieb beim alten Stand.

Im letzten Drittel drehten die Bulls noch einmal richtig auf, arbeiteten weiter hart und setzten die Gäste gehörig unter Druck. Dies brachte ihnen dann endlich auch den gewünschten Erfolg, denn Nicholas Miglio netzte in der 44. Spielminute zum 2:0 ein. Die Gäste aus Sachsen mussten alle Mittel in der Verteidigung einsetzen, was ihnen allerdings eine weitere Strafzeit einbrachte. Und in dieser Situation konnten die Hausherren den Überzahlvorteil nutzen und Michal Bezouka legte unter dem Jubel der Fans die 3:0 Führung nach. Aber noch waren 15 Minuten zu spielen und es wäre kein Derby, wenn nicht noch einiges passieren würde, denn in einem solchen Derby steckt keine Mannschaft freiwillig auf.

Die IceFighters machten in der Folge ihrem Namen alle Ehre und kämpften sich – unter Ausnutzung einiger Strafzeiten gegen die Saale Bulls – zurück ins Spiel. So standen die Hallenser ab der 50. Minute mit doppelter Unterzahl auf dem Eis und Leipzig gelang es jeweils eine Sekunde vor Ablauf der Strafen mit den Treffern von Florian Eichelkraut (51.) und Michal Velecky (52.), auf 3:2 heranzukommen. So wurde es in den letztem zwei Minuten der regulären Spielzeit noch einmal richtig spannend, denn wieder waren die Bulls in Unterzahl und die IceFighters nahmen zusätzlich noch ihren Tormann für den zusätzlichen Feldspieler heraus. Das sollte sich auszahlen, denn Florian Eichelkraut netzte 38 Sekunden vor Schluss zum 3:3 Ausgleich ein. Zwar hatten die Bulls nach dem Wiederanbully den Siegtreffer fast auf der Kelle, aber halt nur fast.

So ging es für die Jungs in die Overtime, welche weiter schnell und taktisch gut von beiden Seiten gespielt wurde,. Da jedoch kein Team in den fünf Minuten Verlängerung das entscheidende Tor schießen konnte, musste das folgende Penaltyschießen die endgültige Entscheidung bringen. Hier konnten für die Bulls Bezouka und Francis erfolgreich treffen, für Leipzig traf im Gegenzug nur Velecky, so dass der Zusatzpunkt und damit der Derbysieg an die Saale Bulls ging.

Für die Oberliga-Teams gibt es aufgrund des Deutschland-Cups nun eine kleine Spielpause, nach einem freien Sonntag geht es erst in einer Woche weiter. Die Saale Bulls müssen dann an den Pferdeturm reisen, wo die hannover Indians sie erwarten.

 

Torschützen:

1:0 Nicholas Miglio – 19.
2:0 Nicholas Miglio – 44.
3:0 Michal Bezouka – 45.
3:1 Florian Eichelkraut – 51.
3:2 Michal Velecky – 52.
3:3 Florian Eichelkraut – 60.
4:3 Christopher Francis – 65. (Penalty)

Tore: 4:3 n.P. (1:0/0:0/2:3/0:0/1:0)