Nach den ersten beiden Partien gegen den EC Peiting führen die Saale Bulls im Playoff-Achtelfinale in der Best-of-five-Serie bereits mit 2:0 und könnten den Tabellenachten der Südstaffel am heutigen Dienstag in die Sommerpause sweepen. Der aus dem nordamerikanischen stammende Fachbegriff bezeichnet eine glatte Serie von Spielen ohne eigene Niederlage, durch die der Kontrahent – der deutschen Übersetzung von sweep folgend – aus dem Wettbewerb gefegt wird.
 
Trotz der beiden Erfolge und der damit hervorragenden Ausgangsposition müssen es die Saale Bulls in den Griff bekommen, von der Strafbank fernzubleiben. Auch wenn bei der einen oder anderen Strafzeit in der bisherigen Serie sicherlich auch die nicht ganz eindeutige Linie der Leitenden ihren Anteil hatte, so sind zwanzig (!) Herausstellungen in zwei Partien eindeutig zu viel. Viel zu viel! Im ersten Aufeinandertreffen spielte man 9:34 Minuten am Stück (!) in Unterzahl, in Peiting waren es 8:47 Minuten – zusammengerechnet 18:21 Minuten und somit quasi ein ganzes Drittel! Der Umstand, dass der ECP in diesen Situationen lediglich einmal Kapital aus der eigenen numerischen Überlegenheit schlagen konnte, kann getrost als glücklich bezeichnet werden. Gegen Mannschaften mit einer höheren Powerplay-Quote hätte man sicherlich den einen oder anderen Gegentreffer mehr kassiert…
 
Der ECP steht mit dem Rücken zur Wand und ist zum Siegen verdammt, möchte man doch noch nicht in die Sommerpause geschickt werden. Und genau das macht die Oberbayern so gefährlich, müssen sie doch volles Risiko gehen und haben nichts mehr zu verlieren. Die Bulls tun gut daran, sich an den eigenen Gameplan zu halten. Von Beginn an agieren statt zu reagieren muss das Motto sein. Um am Ende der dritten Partie als Sieger das Eis zu verlassen und um eine weitere lange Busreise gen Süden zu vermeiden – und sich ein paar freie Tage zur Erholung und Regeneration zu verschaffen. (Jy)