Aufgrund der Vielzahl von Spielen ging es für die Saale Bulls bereits am Dienstagabend im halleschen Sparkassen-Eisdom gegen die Mannschaft von den Hammer Eisbären weiter. Der Oberliga-Aufsteiger und momentan Tabellenletzte aus Nordrhein-Westphalen war nicht mit den besten Voraussetzungen an die Saale gereist, denn die Eisbären konnten gerade einmal auf 10 Feldspieler plus zwei Torhüter zurückgreifen. Aus Bulls-Sicht beste Voraussetzungen, um nach ihrem Heimsieg am Sonntag gegen die Crocodiles Hamburg auch hier als Sieger vom Eis zu gehen. Doch nicht nur in diesen wechselhaften Coronazeiten müssen auch solche scheinbar leichten Spiele erst einmal gewonnen werden.

Einen Traumstart in die Partie legten dann tatsächlich die Hausherren hin: Bereits nach 10 Sekunden konnte Tatu Vihavainen den ersten Torschuss erfolgreich abschließen und zum 1:0 einnetzen – mit diesem frühen Tor wurde auch der bisherige Vereinsrekord (der ebenfalls bei 10 Sekunden stand) eingestellt. Aber keine zwei Minuten später bewiesen die Gäste aus Hamm, dass sie sich trotz ihrer angespannten personalsituation nicht kampflos geschlagen geben wollen. Vom Bully in ihrem Drittel gingen die Eisbären direkt in den Angriff, kämpften sich ins Drittel der Bulls vor und Kevin Orendorz konnte zum 1:1 ausgleichen.

Auch wenn dieser Spielstand nun ein ausgeglichenes Duell vermuten ließ, so sah das Geschehen auf dem Eis doch etwas einseitiger aus: hier waren die Saale Bulls die klar dominierende Mannschaft. Sie blieben dauerhaft im Angriffsmodus, offenbar wollten sie schon im ersten Drittel eine Vorentscheidung erzielen. Den ersten Schritt dafür erledigte in der 4. Minute Denis Gulda, welcher den Puck von Hotakainen vorgelegt bekam und sein erstes Tor im Trikot der Bulls erzielen konnte. Die Offensive ging auch danach weiter und brachte in der 10. Minute nun auch dem zweiten Neuzugang sein erstes Tor für den MEC, da Frantisek Wagner auf 3:1 erhöhte. Die Eisbären versuchten, sich in der Folge mit kurzen Kontern zu wehren, aber diese wurden abgefangen und zum Teil auch für Gegenangriffen genutzt. Mit einer solchen Aktion sicherte Artur Tegkaev in der 15. Minute bereits das 4:1, ein Spielstand, mit dem es in die erste Pause ging.

Trotz des deutlichen Rückstandes für die Eisbären, wollten sie noch nicht aufgeben und kämpften mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, wobei sie mit einer dritten Reihe deutlich mehr Gegenwehr hätten zeigen können. So waren sie weiter im Dauerverteidigungsmodus und kassierten dennoch in der 29. Spielminute bereits den fünften Gegentreffer, den Valtteri Hotakainen für die Bulls verwandelte. Eigentlich hätten sie mit der ersten Strafzeit gegen die Bulls in der 30. Minute etwas durchatmen können, aber den Hausherren war die Unterzahl nicht wirklich anzumerken, sie blieben weiter in der Offensive.

In der 38. Minute nutzte der Kapitän der Saale Bulls Kai Schmitz einen Abpraller nach dem Schuss von Kyle Helms und traf zum 6:1. Die Eisbären gaben aber kurz vor der zweiten Pause noch einmal ein Lebenszeichen von sich, da die Bulls 9 Sekunden vor der Unterbrechung anscheinend mit dem Kopf schon in der Kabine waren und den Puck im Mitteldrittel an die Eisbären verloren. Für diese konnte dann Gianluca Balla auf 6:2 verkürzen.

Getragen von diesem kurzzeitigen Erfolg gaben sich die Gäste auch im letzten Abschnitt nicht auf und kämpften mit dem Mut der Verzweiflung weiter um den Puck. Doch zunächst setzen wieder die Bulls ihre Markierung, denn erneut war Kai Schmitz erfolgreich war und erhöhte in der 44. Minute auf 7:2. Mit der zweiten und letzten Strafzeit dieser sehr fairen Partie hatten die Gäste nun noch einmal die Chance auf ein Powerplay-Spiel. Diesmal nutzten sie diese auch sofort aus und Milan Svarc konnte mit seinem schön herausgespielten Treffer zum 7:3 eine kleine Ergebniskorrektur betreiben.

Doch noch war das Spiel noch nicht vorbei und gut eine Minute später bekamen Eisbären erneut einen Dämpfer, denn Davide Vinci stellte mit seinem Tor den alten Abstand wieder her. Die Bulls ließen die Partie nun langsam auslaufen und das Tempo nahm merklich ab. Das aber sollte sie nicht daran hindern, noch einmal etwas für die Tordifferenz as Ergebnis zu tun, denn nur 19 Sekunden vor Spielende traf Max Pietschmann zum 9:3 Endstand.

Die Saale Bulls sichern sich damit die nächsten drei Punkte und rutschen in der mit Punktequotienten neu berechneten Tabelle auf Platz 6 vor. Für den MEC geht es am kommenden Wochenende gleich zwei Mal auswärts weiter. Die erste Ansetzung führt für sie am Freitag zum zweiten Mal zum Tabellenersten von den Hannover Scorpions, bevor es am Sonntag zum mitteldeutschen Derby nach Leipzig geht.

 

Torschützen: 

1:0 Tatu Vihavainen – 1.
1:1 Kevin Orendorz – 2.
2:1 Denis Gulda – 4.
3:1 Frantisek Wagner – 10.
4:1 Artur Tegkaev – 15.
5:1 Valtteri Hotakainen – 29.
6:1 Kai Schmitz – 37.
6:2 Gianluca Balla – 40.
7:2 Kai Schmitz – 45.
7:3 Milan Svarc – 46.
8:3 Davide Vinci – 47.
9:3 Max Pietschmann – 60.

Tore: 9:3 (4:1/2:1/3:1)