Ausgerechnet in der 13. Partie nach dem bis dato letzten Null-Punkte-Spiel vom 7. November bei den Hannover Indians (4:6) hat es die Saale Bulls wieder erwischt. Mit leeren Händen machte sich das Team von Ryan Foster am Dienstagabend auf die kurze Heimreise aus Leipzig, mit 1:3 unterlag man im Mitteldeutschen Derby den gastgebenden EXA IceFighters.
 
Unmittelbar nach dem ersten Bully der Begegnung, bot sich den Mannen um Kapitän Erik Gollenbeck (Sergej Stas fehlte weiterhin, auch Roman Pfennings und Pascal Grosse traten die Reise krankheitsbedingt nicht an, Dennis Gulda und Michael Fomin waren aufgrund ihrer Sperren ebenfalls zum Zusehen verdammt) die erste Möglichkeit, in Überzahl in Führung zu gehen, Leipzigs Joonas Riekkinen nahm nach gerade einmal 58 Sekunden Platz auf der Strafbank. Die Bulls bemühten sich, in Überzahl zum Erfolg zu kommen, scheiterten allerdings ein ums andere Mal an IFL-Goalie Patrick Glatzel – der Ex-Hallenser ließ sich jedoch im ersten Powerplay der Partie nicht überwinden. Und so kam, was kommen musste: Nach Ablauf seiner Strafe betrat Riekkinen wieder die Eisfläche, passte den Puck zu Filip Stopinski und der Angreifer netzte mit dem ersten Schuss der Hausherren überhaupt zur 1:0-Führung ein, Jakub Urbisch war bei dem verdeckten Schuss machtlos. Vier Minuten später war es erneut der, seit Montag 27-jährige, Stopinski, der auf 2:0 für die Sachsen erhöhte und somit nach einem eigentlich ausgeglichenem Auftaktdrittel für den ersten Pausenstand sorgte.
 
Im mittleren Spielabschnitt war es dann Michael Burns, der in der 30. Spielminute für den dritten Leipziger verantwortlich war bzw. dem dieser Treffer offiziell zugeschrieben wurde. Was war passiert? Bei einem Angriff der IceFighters fand der Puck nach einem Querpass von Burns nicht den direkten Weg zu seinem Mitspieler, sondern traf den Schlittschuh von Bulls-Defender Finn Walkowiak, der die Szene eigentlich bereinigen wollte – und genau wie seine Teamkollegen mit ansehen musste, wie der Puck unglücklich von seinem Schuh ins Gehäuse und über die Torlinie abgefälscht wurde. Angesichts des Spielverlaufs bis zu diesem Zeitpunkt wird bei dieser Szene so mancher den Bulls zugeneigte Zeitgenosse an die berühmten Worte des 1990er-Fußball-Weltmeisters Andy Brehme gedacht haben, der neben seinem Siegtreffer im WM-Finale in Rom unter anderem auch mit seinen in nahezu philosophischen Worten formulierten Zusammehang zwischen Ausscheidungen und Anhaftungen am Schuhwerk im Gedächtnis geblieben ist.

Mit der Hypothek eines 0:3-Rückstandes ging es für den Tabellenführer schließlich in das letzte Drittel, in dem man nichts unversucht lassen wollte, sich in die Partie zurück zu kämpfen, eventuell doch noch zu Punkten zu kommen. Und nach 63 Sekunden im Schlussabschnitt war es soweit, die Bulls fanden sich nach dem Anschlusstreffer in Überzahl durch Patrick Schmid auf dem Scoreboard wieder. Was folgte war ein Sturmlauf des MEC, 14:2 Torschüsse zu Gunsten der Hallenser zählten die Statistiker im Leipziger Kohlrabizirkus. Aber da gab es ja auch noch Glatzel im Gehäuse der IceFighters, der sich einfach nicht mehr überwinden ließ und – wie man so schön umgangssprachlich sagt – „berühmt geschossen“ wurde und die schlussendliche 1:3-Niederlage der Saale Bulls besiegelte.
„Im letzten Drittel waren wir am Drücker und Glatzel hatte kurz vor dem Schluss einen Riesensave, was das 2:3 bedeutet hätte“, so Foster im Anschluss an die Partie. „Am Ende hat Leipzig verdient gewonnen. Ich bin mit dem Resultat nicht ganz zufrieden, aber so etwas kann passieren. Nun müssen den Fokus auf das Spiel gegen Essen am Donnerstag legen.“ (Jy)

EXA IceFighters Leipzig – Saale Bulls 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)
    
1:0 (03:12) Stopinski (Riekkinen, Geiseler)
2:0 (07:43) Stopinski (Eichelkraut, Voronov)
3:0 (29:33) Burns (Riekkinen, Hon)
3:1 (41:03) Schmid (Schütt, Valasek – PP1)

Strafminuten: Leipzig 8, Halle 10