Das zweite Heimspiel der Saale Bulls in dieser Saison ohne Zuschauer stand am Freitagabend auf dem Plan. Und im halleschen Sparkassen-Eisdom war die Mannschaft vom Herner EV zu Gast. Damit stand den Hausherren der erste richtige Prüfstein der noch jungen Saison bevor, da die Herner nicht nur in der vergangenen Spielzeit sehr souverän auf dem Eis agierten und den Hallensern das Leben immer wieder schwer machten. Sie konnten am vergangenen Wochenende ebenso einen guten Start gegen die Mannschaft aus Leipzig erarbeiten und reisten so hochmotiviert an die Saale.

Es blieb also abzuwarten, wie sich die Gäste aus dem Ruhrpott nun auf dem halleschen Eis präsentieren würden. Und ein erstes Achtungszeichen setzten sie auch bereits nach wenigen Sekunden, als der HEV sofort in die Offensive ging und Albrecht im halleschen Tor sofort gefordert wurde. Doch einen frühen Rückstand konnten die Bulls verhindern und gingen ihrerseits nun zum Angriff über. Sie setzten sie sich vor dem Tor von Björn Linda fest und einen von ihm abgeprallten Schuss konnte Valtteri Hotakainen in der 2. Minute zur 1:0-Führung einnetzen.

Trotz dieser frühen Führung der Bulls entwickelte sich ein offenes Spiel auf Augenhöhe und es ging schnell auf dem Eis hin und her. Dabei hatten beide Teams ihre Chancen, aber wirklich nutzen konnten sie diese nicht. Leider konnten die Gastgeber auch zwei Überzahlspiele nicht zu ihrem Vorteil nutzen und so blieb die Partie weiterhin eng und jeder Fehlpass barg Gefahren, das ganze Spielgeschehen zu ändern. Dazu kam es aber im ersten Abschnitt nicht mehr, es ging beim Stand von 1:0 zurück in die Kabinen.

Im Mittelabschnitt kamen die Gäste mit voller Motivation zurück ins Spiel und bauten von Anfang an Druck auf. Zwar hielt Halle gut dagegen, doch die eigenen Angriffsmöglichkeiten blieben im Vergleich zum ersten Drittel eher eingeschränkt. So sicherten sich die Gäste ihren Vorteil und nutzten diesen auch sogleich: Kapitän Michél Ackers zog von der blauen Linie ab und die schwarze Scheibe fand ihren Weg – unhaltbar für Albrecht – durch die Verteidigung der Bulls hindurch ins Netz. Nach diesem durchaus verdienten Ausgleich der Gäste in der 23. Minute war das Spiel nicht nur vom Ergebnis auf der Anzeigetafel wieder völlig offen. Denn ohne Pause ging es weiter und wirklich lange konnten sich die Gegner nicht im jeweiligen Angriffsdrittel festsetzen. Die restlichen 17 Minuten liefen von der Uhr aber ohne weitere Treffer herunter und mit dem 1:1 ging es zur letzten Pause in die Kabinen.

So mussten die letzten 20 Minuten die Entscheidung bringen und leider sollten hier die Cleverness und Abgezocktheit der Gäste aus Herne den Durchbruch bringen. Der Angriffsdruck beider Teams zahlte sich nur noch für Herne aus. Nach drei Minuten brachte Michél Ackers mit seinem zweiten Tor den HEV in Führung. Offensichtlich fehlte nun auch den Hallensern der siebte Mann im Rücken, der manchmal den kleinen Unterschied machen kann. Zwar arbeiteten sie weiter gut nach vorn, doch im Abschluss klappte nicht wirklich alles. Herne störte gut und verlagerte sich nun komplett auf Konter. Mit Erfolg! Mit den Toren von Thielsch (46.) und Marsall (49.) besiegelten sie die erste Heimniederlage der Bulls in der Corona-Saison 2020/21, denn auch die Dauerangriffe der Bulls in den letzten 10 Spielminuten brachten nicht mehr die erhoffte Wende. Der Puck fand nicht mehr seinen Weg über die rote Linie.

So schlug Freitag der Dreizehnte zwar spät, aber umso schmerzhafter zu, nach 60 Minuten war an dem 1:4 nicht mehr zu rütteln. Am Sonntag geht es für die Saale Bulls in der Landeshauptstadt von Thüringen weiter. Dort treffen sie in der Kartoffelhalle auf die TecArt Black Dragons Erfurt und wollen zumindest von hier die drei Punkte mit an die Saale bringen.

 

Torschützen:

1:0 Valtteri Hotakainen – 2.
1:1 Michél Ackers – 23.
1:2 Michél Ackers – 43.
1:3 Dennis Thielsch – 46.
1:4 Marcus Marsall – 49.

Tore: 1:4 (1:0/0:1/0:3)