Nach einer kurzen Auszeit im Kreise der Familie ging es für die Saale Bulls bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag zum nächsten Pflichtspiel der Hauptrunde auf‘s Eis. Dafür machten sie sich auf die ohnehin schon lange Reise nach Hamburg, wurden dann jedoch unterwegs durch eine Autobahn-Vollsperrung noch länger als geplant im Bus ausharren. Das ursprünglich für 16 Uhr angesetzte Spiel musste deshalb immer wieder verschoben werden, Anbully war letztlich erst um 18.30 Uhr.

Die Mannschaft von Ryan Foster reiste weiter dezimiert in den Norden, neben den noch fehlenden Verletzten hatte sich Mark Heatley ebenfalls verabschiedet, er wechselt zum Zweitligisten Tölzer Löwen. Doch auch von diesen Gesamtumständen wollten sich die Saalestädter nicht weiter beeinflussen lassen, denn immerhin ging es in der Partie gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn aus der Hansestadt um Platz 3 der aktuellen Tabelle. Und so drehten beide Teams, trotz der Verspätung, sofort richtig auf und fanden beide gut ins Spiel. So ging es dann auch immer wieder zwischen beiden Angriffsdritteln hin und her, wobei die Torhüter ihre ersten Feuerproben bestehen mussten.

Zuerst waren es dann die Hallenser, die ihre Chancen nutzten: während einer Strafzeit gegen die Gastgeber brauchten die Bulls nur 22 Sekunden bis zu Ihrem Führungstreffer von Kyle Helms. Aber die Hamburger setzten sofort nach diesem Tor alles daran, den Ausgleich zu erzielen und das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Mit viel Arbeit und Einsatz konnten die Bulls dagegen ankämpfen und Angriffe immer wieder zurückschlagen. Doch in der 9. Spielminute schnappte sich Patrick Saggau einen langen Pass und konnte fast allein ins Drittel der Bulls ziehen. So fuhr er dann auch mit wenig Gegenwehr vor das Tor von Sebastian Albrecht und konnte zum Ausgleich einnetzen. Nach einem kurzen Moment der Überraschung ging es jedoch munter weiter und die Bulls setzten sogleich nach. Es folgten guten Torchancen auf beiden Seiten, aber erneut waren es die Bulls, welche sich zuerst das bessere Ende sichern konnten – Dank des Tores von Nicholas Miglio in der 15. Spielminute.

Mit dieser 1:2 Führung ging es dann auch in die erste Pause. Nach dem Seitenwechsel setzten die Saalestädter ihr taktisches Spiel auf dem Eis fort und konnten sich guten Torchancen sichern. Doch diesmal endeten alle Schüsse bei Kai Kristian im Kasten der Crocodiles und die hatten nun ihrerseits immer wieder die Gelegenheit für Konter. Mit genau solch einem Konter setzte sich André Gerartz in der 27. Minute durch und netzte zum 2:2 ein. Nachfolgend blieb es bei einem Spiel auf Augenhöhe, wobei der Vorteil immer wieder zwischen beiden Teams hin und her wechselte. Doch über lange Strecken wurden die Angriffe immer wieder recht schnell gestoppt oder endeten maximal am Außenpfosten. Aber bevor es zurück in die Kabine ging, konnten die Hallenser noch einmal zuschlagen und Davide Vinci netzte in der 40. Minute zur erneuten Führung für die Bulls ein.

Nun sollte eigentlich diese Führung auch noch über die letzten 20 Minuten gebracht und nicht wieder aus der Hand gegeben werden. Aber da hatten die Hausherren von den Crocodiles wohl andere Pläne, denn mit Wiederanbully drehten sie merklich auf und nur 45 Sekunden später glich Patrick Saggau mit seinem Tor erneut aus. Auch anschließend machte Hamburg weiter Druck und die Bulls mussten sich mit Händen und Füßen verteidigen. Jedoch gelang ihnen dies im letzten Abschnitt nicht mehr so gut wie zuvor und die Crocodiles kamen mehrfach gefährlich vor das Hallenser Tor. Und hier waren sie extrem effektiv und erfolgreich: mit einem Doppelschlag von Tobias Bruns (44.) und Chase Witala (50.) hatten die Hanseaten das Spiel endgültig an sich gezogen.

Es fehlte den Bulls an einem deutlichen Signal und einem schnellen Gegentor, um noch weiter im Spiel zu bleiben. Jedoch konnten sie dafür nicht in die passende Angriffsposition kommen und ihnen lief die Zeit davon. So blieb in den letzten Minuten nur noch das Mittel, Sebastian Albrecht beim Stand von 5:3 für den zusätzlichen Feldspieler vom Eis zu nehmen. Das allerdings nutzten nur die Hausherren für ihren Vorteil und schoben den Puck ins leere Tor. Die letzten Minuten liefen dann ohne weitere Treffer herunter und die Saale Bulls mussten die drei Punkte an der Elbe lassen.

Nun geht es bereits am morgigen Samstag weiter, dann empfängt man zu Hause den aktuellen Tabellführer vom Herner EV. Anbully im Sparkassen-Eisdom ist 19.00 Uhr. (Zu diesem Spiel werden die Fans und die Mannschaft des HEV mit einem Sonderzug anreisen – für super Stimmung in der Halle ist also gesorgt.

 

Torschützen:

0:1 Kyle Helms – 4.
1:1 Patrick Saggau – 9.
1:2 Nicholas Miglio – 15.
2:2 André Gerartz – 27.
2:3 Davide Vinci – 40.
3:3 Patrick Saggau – 41.
4:3 Tobias Bruns – 44.
5:3 Chase Witala – 50.
6:3 Thomas Zuravlev – 58. (empty net)

Tore: 6:3 (1:2/1:1/4:0)