Dienstagabend, die Saale Bulls hatten die TecArt Black Dragons aus Erfurt zu Gast. Der Plan von Head Coach Ryan Foster, mit einem nahezu kompletten Kader (lediglich Jannik Striepeke fehlt weiterhin) in das Duell mit den Drachen zu gehen, war nach dem Warm-up bereits wieder Geschichte: Finn Walkowiak musste passen, fiel für die Partie aus. Dafür fanden sich erstmals in der Bulls-Historie drei Torhüter auf dem Spielberichtsbogen wieder. Foster setzte auf Jakub Urbisch und Backup Eric Steffen, Sebastian Albrecht fungierte als sogenannter „Notfallgoalie“, um im Bedarfsfall einspringen zu können.

Das erste Drittel begann mit einem Blitzstart für die Gastgeber: Nach gerade einmal 91 Sekunden erkämpfte sich Tatu Vihavainen hinter dem Erfurter Gehäuse den Puck, passte in den Slot –  wo Roman Pfennings goldrichtig stand und die Scheibe in der, für Drachen-Goalie Konstantin Kessler unübersichtlichen Situation, zur Führung einnetzte. Ein Tor, das Sicherheit gab? Mitnichten! Es folgten auf beiden Seiten achtzehn zähe Minuten, die in einem unglücklichen Eigentor der Bulls mündeten: Erik Hoffmann beförderte den Puck bei einem Klärungsversuch ins eigene Gehäuse, sorgte so für den Ausgleich. „Das war ein schlampiges erstes Drittel von uns“, so Foster im Anschluss. „Nach der Führung hat bei uns der Fokus gefehlt.“

Im zweiten Abschnitt dann ein deutlich besseres Spiel der Hallenser, die sich mehr Torchancen erarbeiteten und der Führung näher kamen, jedoch immer wieder an Kessler oder dem Pfosten scheiterten. Auch eine mehr als einminütige Sechs-gegen-fünf-Überzahl bei angezeigter Strafe gegen die Drachen, brachte keinen Erfolg. Dieser sollte sich erst einstellen, als Patrick Schmid sowie der Thüringer Sean Fischer mit jeweils einer Zwei-Minuten-Strafe vom Eis geschickt wurden. Kaum hatte sich die Tür zur Strafbank geschlossen, nutzten die Bulls in Person von Lukas Valasek den sich bei Vier-gegen-vier bietenden Platz zur Führung, die 97 Sekunden später durch Pfennings ausgebaut wurde. „Wir hatten das zweite Drittel gut angefangen, waren aber dann beim Vier-gegen-vier zu unkonzentriert, kassieren dadurch zwei Gegentore“, so Drachen-Stürmer Louis Anders. „Das war bitter.“

Im Schlussdrittel konnten die Bulls dann den Vorsprung weiter ausbauen. Erst besorgte Joonas Niemelä nach einem sehenswerten Sololauf das 4:1 und Valasek erzielte vier Minuten später in doppelter Überzahl den fünften halleschen Treffer. Drachen-Coach Raphael Joly nahm nach der anschließende Auszeit Goalie Kessler vom Eis und verhalf dem 20-jährigen Tommi Steffen zu dessen Oberliga-Premiere, bei der er einen Gegentreffer hinnehmen musste – Niklas Hildebrand machte das halbe Dutzend hallescher Tore voll und sorgte somit für den Endstand und Ernüchterung bei Joly: „Alles, was wir tun wollten, war nicht da. Wir haben uns nicht an unser System gehalten“, so der Erfurter Übungsleiter, der auch nicht vor einer Kritik an seine Führungsspieler zurückschreckte. „Meine dritte Reihe mit den DNL-Spielern war heute die beste.“

Am Ende siegten die Bulls im „kleinen Derby“ mit 6:1, sicherten sich damit drei wichtige Punkte – und sammelten Selbstvertrauen vor dem „großen Derby“ am Freitag, wenn ab 20 Uhr die EXA IceFighters Leipzig zu Gast im Sparkassen-Eisdom sind. (Jy)

Saale Bulls Halle – TecArt Black Dragons Erfurt 

6:1 (1:1, 2:0, 3:0)

1:0 (01:29) Pfennings (Vihavainen)

1:1 (19:44) Herrschaft (Anders, Bosas)

2:1 (34:17) Valasek (Vihavainen)

3:1 (35:54) Pfennings (Halbauer, Niemelä)

4:1 (44:40) Niemelä (Pfennings)

5:1 (48:48) Valasek (Vihavainen, Niemelä – PP2)

6:1 (58:19) Hildebrand (Hoffmann, Stas)

Strafminuten: Halle 10, Erfurt 10.