Halle. Mit lediglich elf Feldspielern machten sich unsere Saale Bulls auf den Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt, wo man sich am Ende den gastgebenden Hannover Indians mit 0:6 geschlagen geben musste – so geschehen am 11. März dieses Jahres beim vorletzten Hauptrundenspiel der Saison 2021/22.

Exakt 29 Wochen später, am vierten Spieltag der neuen Spielzeit 2022/23, waren die Vorzeichen identisch: Krankheits-, verletzungs- und coronabedingt konnten nur elf Feldspieler den Bus nach Hannover besteigen, im Gegensatz zum Frühjahr war dieses Mal auch nur ein Goalie an Bord. Die von Head Coach Marius Riedel vorgegebene Marschrichtung war klar: „Wir müssen konzentriert und diszipliniert spielen und kein Hurra-Hockey.“

Alles auf eine Karte gesetzt

Und das Team hielt sich eisern an den Matchplan. Die Führung der Hausherren in der achten Minute egalisierte Matias Varttinen keine 90 Sekunden später, in der 25. Minute sorgte der Finne in Unterzahl für die Führung der Saale Bulls, die ihren knappen Vorsprung zu verteidigen wusste. In der 51. Minute erhöhte Dennis Gulda auf 3:1, fünf Zeigerumdrehungen später war Lukas Valasek ebenfalls erfolgreich. Die Hausherren, die drohende Niederlage vor Augen, waren alles nach vorne, setzten nach dem 2:4-Anschlusstreffer alles auf eine Karte – und Bulls-Neuzugang Thomas Gauch sagte in seinem Premierenspiel im MEC-Trikot mit seinem Premierentreffer ins verwaiste Indians-Gehäuse Danke.

Drei wichtige Zähler

Am Ende stand ein 5:2-Erfolg für aufopferungsvoll kämpfende Bulls auf dem Scoreboard, den ECH-Coach Lenny Soccio im Anschluss zu deutlichen und ehrlichen  Worten veranlasste: „Wir haben eine Leistung gebracht, die nicht akzeptabel für den Pferdeturm ist. Es tut mir leid für alle Indians-Fans, was heute hier passiert ist. Alle in der Kabine wissen, dass wir uns heute blamiert haben.“

Es steht den Bulls nicht zu, die Leistung der Indians zu bewerten und zu analysieren – vielmehr ist man stolz auf die, trotz der alles andere als idealen Umstände, an den Tag gelegte Leidenschaft, mit der man drei wichtige Zähler am Pferdeturm entführen konnte.

Niederlage in der Stierkampfarena

Die Saale Bulls haben das zweite Heimspiel der Saison im Sparkassen-Eisdom gegen die TecArtBlack Dragons Erfurt 2:5 (1:1, 1:1, 0:3) verloren. Lukas Valasek und Thore Weyrauch netzten für uns ein.

Je 27 Torschüsse feuerten beide Teams aufs gegnerische Tor. Das untermauert die ausgeglichene Partie, die beide Mannschaften in den ersten beiden Dritteln aufs Eis brachten. Individuelle Fehler, unnötige Puck-Verluste im Mittel- und Angriffsdrittel sowie eine unzureichende Chancenverwertung im Powerplay kosteten unseren Saale Bulls den Sieg.

Die Erfurter waren im Schlussdrittel abgezockter. Unsere Männer fanden kaum noch in die Angriffszone. Zwei Empty-Net-Goals brachten letztendlich das Team von Gäste-Coach Raphael Joly auf die Siegerstraße.

Das Fazit unseres Trainers Marius Riedel fällt so aus: „Wir spielen das Spiel mit neun Spielern zu Ende. Das macht die Situation nicht einfacher. Das ist aber keine Entschuldigung. Wir hatten viele Überzahl-Situationen und hätten das Spiel positiver für uns entscheiden können.“

Valasek fehlt gegen Hamm

Bitterer Beigeschmack dieser Partie: Lukas Valasek sind von einem Erfurter-Akteur die Schlittschuhe mit dem Schläger weggezogen worden. Unser Verteidiger stürzte dabei unglücklich auf seinen Arm. Das Match war für unseren Spieler beendet. Valasek ist leider für die Partie gegen die Hammer Eisbären nicht einsatzfähig. Auch Matias Varttinen musste verletzt vom Eis. 

Aufreger des Matches: Eine vom DEB am Freitag ausgesprochene Strafe einer Spieldauer gegen der Dragons-Akteur Arnoldas Boldas ist kurz vor Anbully zurückgenommen worden. „Wenn ein gegnerischer Spieler eine Matchstrafe erhält und diese eine Stunde vor dem Spiel vom DEB zurückgenommen wird, dann macht mich das sauer“, sagt unser Coach Marius Riedel.

(jy, steri)