Durch einen souverän herausgespielten 6:1-Auswärtserfolg bei den Rostocker Piranhas sowie der gleichzeitigen Niederlage der Tilburg Trappers gegen die EXA IceFighters Leipzig, konnten die Saale Bulls ihren Vorsprung auf die Niederländer – bei einem Spiel mehr – auf nunmehr sechs Zähler ausbauen.

Dabei begann die Partie an der Rostocker Schillingallee unglücklich für das Team von Head Coach Ryan Foster, der beim Trip an die Ostsee auf Jannik Striepeke, Patrick Schmid, Philipp Halbauer, Sergej Stas sowie Jakub Urbisch verzichten musste. Während seine Mannen von Beginn an Druck machten und REC-Goalie Nils Velm sofort unter Beschuss nahmen, konnten die Gastgeber mit ihrem allerersten Angriff und Torschuß direkt die frühe Führung erzielen, Jesse Dudas netzte nach 165 Sekunden für seine Farben ein. Auch im Anschluss dominierte Halle das erste Drittel. Am Ende finden sich 17:4 Torschüsse in den ersten zwanzig Minuten für die Bulls wieder. 

Das erste Tor für die Händelstädter fiel schließlich in der 16. Spielminute, nachdem zuvor das Tor gefallen ist. Nein, hierbei handelt es sich nicht um einen Schreib- oder Verständnisfehler. Vielmehr bekam Rostocks Eismeister in der elften Minute seinen ersten großen Auftritt – es sollte nicht der einzige an diesem Abend bleiben. Das von Velm gehütete REC-Gehäuse riß aus seiner Verankerung und der zu Hilfe gerufene Wächter des gefrorenen Untergrundes nahm sich der Sache an. Blieben erste Reparaturversuche erfolglos, wurde das Tor auf die Seite gelegt und die Halterung unter dem rechten Pfosten mittels zärtlicher Hammerschläge zweckmäßig wieder hergerichtet. Dass in den Katakomben bereits das Schweißgerät angeworfen wurde ist nichts weiter als reine Spekulation…

Nach der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Rostocker Kastens, war es schließlich Kapitän Erik Gollenbeck, der den Ausgleichstreffer erzielen konnte und Dennis Gulda sorgte 129 Sekunden später für die erstmalige Führung der Saale Bulls und den ersten Pausenstand. Und da die Arme der gut positionierten Referees unten blieben erübrigt sich auch jede Diskussion über eine eventuelle Torhüterbehinderung.

Im zweiten Spielabschnitt fanden die Gastgeber immer besser ins Spiel, doch die Tore erzielten die Hallenser. Und da sich Geschichte wiederholt lief erneut die elfte Spielminute im Drittel, als der Eismeister erneut die glatte Spielfläche betreten musste. Und täglich grüßt das Murmeltier, denn das Rostocker Gehäuse verließ bis zu diesem Zeitpunkt bereits zum fünften Mal seinen angestammten Platz auf der Eisfläche. Aber man kennt das ja schon: Das Tor wird zur Seite gelegt, routiniert wurden Reparatur- und Bohrarbeiten durchgeführt und das Spiel konnte fortgesetzt werden. Nur wenige Sekunden nach dem Bully traf Gollenbeck aus halblinker Position abziehend zum 3:1 in die Maschen. Ein Treffer, welchen Tatu Vihavainen 75 Sekunden später quasi kopierte und somit den Vorsprung auf drei Tore erhöht. Keine zwei Minuten später trug sich auch Roman Pfennings in die Torschützenliste ein und erzielte den fünften halleschen Treffer des Abends.

Bulls-Top-Scorer Joonas Niemelä war es schließlich vergönnt, im Schlussabschnitt, in dem Halle das Ergebnis routiniert und abgezockt verwaltete, den schönsten Treffer der Partie zu erzielen. Mit dem Rücken zum Gehäuse stehend, wurde der Finne auf der rechten Seite angespielt und setzte anschließend mit einem No-Look-Rückhand-Schuss den Schlusspunkt unter die als Geisterspiel absolvierte Partie bei den Raubfischen.

Nun gilt es, mit der gleichen Konzentration und Leistung das Duell gegen den Krefelder EV am Sonntag anzugehen, um das Wochenende erfolgreich abzuschließen und den Vorsprung auf den ärgsten Verfolger, die Tilburg Trappers, nicht schrumpfen zu lassen. (Jy)

Rostock Piranhas – Saale Bulls Halle 1:6 (1:2, 0:3, 0:1)

1:0 (02:45) Dudas (Maylan, von Ungern-Sternberg)

1:1 (16:54) Gollenbeck (Pfennings, Hildebrand)

1:2 (19:03) Gulda (Becker, Gollenbeck)

1:3 (30:51) Gollenbeck (Walkowiak, Grosse)

1:4 (32:06) Vihavainen (Niemelä, Schütt)

1:5 (34:04) Pfennings (Niemelä, Vihavainen)

1:6 (51:50) Niemelä (Hoffmann, Hildebrand)

Strafminuten: Rostock Piranhas 4, Saale Bulls Halle 6