Aus einem Best-of-five-Modus wurde nun eine Best-of-three-Serie: Musste man sich am vergangenen Freitag zum Auftakt der Viertelfinalserie gegen Regensburg noch mit 1:5 geschlagen geben („Wir haben absolut verdient verloren“, so Head Coach Ryan Foster nach der Partie. „Wir waren viel zu passiv, hatten in den ersten beiden Dritteln nur elf Torschüsse, was viel zu wenig ist.“), so holten sich die Bulls zwei Tage später dank eines 4:2-Auswärtserfolges bei den Eisbären das Heimrecht zurück und setzten wieder alles auf Anfang – man wird sich also noch mindestens zweimal mit den Donaustädtern um den Einzug in das Playoff-Halbfinale gegenüberstehen.
 
Bereits am heutigen Dienstag steigt im Sparkassen-Eisdom das dritte Duell beider Kontrahenten binnen fünf Tagen und ob der bisherigen Ergebnisse kann diese Partie der Schlüssel zum Seriengewinn werden. Die siegreiche Mannschaft holt sich das Momentum und das Wissen, nur noch ein Spiel gewinnen zu müssen, während das unterlegene Team am Freitag zum siegen verdammt ist, möchte man nicht vorzeitig in die Sommerpause geschickt werden.
 
Eine Favoritenrolle ist ob der gezeigten Leistungen bislang nicht auszumachen, auch wenn EVR-Coach Max Kaltenhauser diese vor dem Sonntagsspiel noch den Bulls zuschob. „Die Vorzeichen haben sich nicht verändert, Halle ist der Favorit“, so der Eisbären-Dompteur vor dem Serienausgleich.
 
Eine Einschätzung, die man sicherlich vom Papier und der Hauptrundenplatzierung so unterschreiben würde, allerdings war auf dem Eis davon nichts zu sehen. Beide Teams agierten auf Augenhöhe, profitierten von Treffern, bei denen der gegnerische Torhüter unglücklich aussah und trafen jeweils einmal aus einem nahezu unmöglichen Winkel von der Grundlinie aus – in den Playoffs entscheiden manchmal eben auch Kleinigkeiten Spiele und Serien. „In der DEL und der DEL2 wird in den Playoffs im Best-of-seven-Modus verfahren. In der Regel setzt sich dort deshalb das bessere Team durch“, so Sören Sturm. „In der Oberliga im Best-of-five-Modus ist das anders. Da kann es schnell auch schlecht ausgehen.“
 
Also heißt es Fehler minimieren, Strafzeiten vermeiden und dem Spiel seinen Stempel aufdrücken, um am Ende des Abends das Eis als Sieger zu verlassen. Im Idealfall bereits heute Abend, um die bis dato lange und erfolgreiche Reise weiter fortsetzen zu können. (Jy)